Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Oberschöneberg


1891 wurde die Freiwillige Feuerwehr Oberschöneberg gegründet. Zuvor gab es eine Art Pflichtfeuerwehr, denn aus den Gemeinderechnungen ergeben sich Kosten für einige Anschaffungen. So wurden im Jahre 1805 beispielsweise 36 Gulden für verschiedene Feuerlöschgeräte (Feuerkübel, Spritzen u.a.) ausgegeben. Dieser Anschaffung war acht Jahre zuvor, nämlich 1797, eine Feuersbrunst in Oberschöneberg vorausgegangen. Im Jahre 1833 wurde eine gemeinschaftliche Feuerspritze für die Gemeinden Oberschöneberg und Uttenhofen beim Glockengießer Beck in Augsburg gekauft, wobei Oberschöneberg rund 2/3 der Kosten übernehmen musste, wovon dann interessanterweise die Gemeinde 259 Gulden und die Kirchenstiftung 125 Gulden bezahlten. Die erste Ausrüstung der Wehr bestand aus einer Feuerlöschmaschine, neun Anstellleitern, zwölf Feuerhaken, 72m Hanfschläuchen, drei Feuerlaternen und einer Signalflagge. Die nächste Feuerspritze, die angeschafft werden musste, wurde von der Gemeinde Oberschöneberg allein gekauft, und zwar im Jahr 1900 bei der Fa. J. Braun in Nürnberg zu 1120 Mark. Der Kauf einer gebrauchten Saug- und Druckspritze, die sich heute noch im Besitz unserer Feuerwehr befindet, erfolgte anno 1933 für 400 RM.

Spritze

Schon wenige Jahre nach der Gründung zähle die Freiwillige Feuerwehr 43 und im Jahre 1900 beachtliche 100 aktive Mitglieder. Während des 1. Weltkriegs ging die Zahl der aktiven Mitglieder stark zurück. 1960 verfügte der Verein über 32 und 1981 über 40 aktive Feuerwehrleute. Auch die Oberschöneberger verschlossen sich nicht dem Fortschritt, weshalb neben vielen kleineren Anschaffungen nach dem 2. Weltkrieg 1946 eine Tragkraftspritze mit Anhänger gekauft wurde. 1958 wurde die Wehr mit einer neuen Motorspritze und 1968 mit einem Feuerwehrmannschaftsfahrzeug ausgestattet. Letzteres war bis 1997 im Einsatz.

Ford

Das schon 1840 zur Unterbringung der Gerätschaften erbaute Spritzenhaus wurde 1961 abgebrochen. Die Löschgeräte kamen im ehemaligen Lagerhaus der Raiffeisenkasse am Gemeindehaus unter. Ab 1961 stand der Freiwilligen Feuerwehr Oberschöneberg ein solides Feuerwehrhaus zur Verfügung. Aber auch dieses Haus entsprach im Laufe der Zeit nicht mehr den gestiegenen Anforderungen, so dass 1988 die Vorstandschaft der Feuerwehr den Antrag zum Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses an den Markt Dinkelscherben stellte. Für 1995 war dann ein Neubau in Aussicht gestellt worden. Im Einvernehmen mit den Verantwortlichen der Wehr wurde dann mit den Planungen begonnen. Am 19. März 1996 war es endlich soweit. In Eigenleistung der Feuerwehr wurde das Gemeindehaus in der Oberbergstraße samt dem alten Feuerwehrhaus abgebrochen. Bereits beim Abbruch wurden 347 Arbeitsstunden von den freiwilligen Helfern erbracht. Das Feuerwehrfahrzeug samt Ausrüstung wurde während des Abbruchs und des Neubaus beim 2. Kommandanten Leonhard Greiner untergebracht, so dass der Einsatz der Wehr weiterhin gewährleistet war. Trotz angespannter Haushaltslage hatte sich der Markt Dinkelscherben für den Neubau entschlossen, nachdem die Oberschöneberger Feuerwehr aktive Mithilfe in jeder Weise zugesichert hat. Im August 1996 wurde mit dem Rohbau begonnen. Besonders lobenswert war die Mithilfe der Landwirte, die mit ihren Gespannen, Zugmaschinen, Kippern und sogar Radladern wertvolle Hilfe leisteten. Mancher Helfer opferte eine Woche Urlaub, um tatkräftig mit Hand anzulegen. Kein Wunder, wenn die beachtliche Zahl von 6000 Arbeitsstunden der unentgeltlichen Mitarbeit gezählt wurde.

Feuerwehrhaus

Grund zu doppelter Freude gab es schließlich noch, als die Feuerwehr auch mit einem neuen Feuerwehrfahrzeug vom Typ TSF-K ausgestattet wurde, das dann im neuen Haus Platz fand. Zu guter Letzt wurde am 08. Juni 1997 das Feuerwehrhaus im Beisein von Kreisbrandrat Georg Anzenhofer, des stellv. Landrats Max Strehle und des stellv. Bürgermeisters des Marktes Dinkelscherben Peter Kraus, selbst über 2 Jahrzehnte aktives Mitglied des Vereins, eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Einweihung

Bis in die 50er Jahre hinein erfolgte die Alarmierung bei Brand- und Unglücksfällen durch einen Posaunisten mit einem bestimmten Signal und darüber hinaus durch Glockengeläut, an dem auch sofort der Brandort erkannt wurde. Bei einem Brand in Oberschöneberg wurde mit allen vier Glocken, in einer der Filialen mit der großen Glocke und bei einem auswärtigen Brand ohne die große Glocke geläutet. Später erfolgte die Alarmierung mit Hand- und Motorsirenen. Seit 1971 gibt es eine Funkalarmierungsanlage kombiniert mit der Luftschutzsirene.

nach: Franz Wirth sen., Chronik der Gemeinde Oberschöneberg





     Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Oberschöneberg


1891-1898Josef Seibold, Stadel
1898-1913Johann Gleich, Reischenau
1913-1919Ulrich Spengler
1919-1928Johann Seibold, Stadel
1928-1945Otto Gnandt, Reischenau
1945-1950Adolf Greiner
1950-1966
 
Johann Seibold, Stadel
(ab 1966 Ehrenkommandant)
1966-1988
 
Josef Gumpinger sen., Saulach
(ab 1991 Ehrenkommandant)
1988-2000Stefan Müller
2000-2006Reinhard Höfer
seit 2006Christian Fieber




     Vorstände der Freiwilligen Feuerwehr Oberschöneberg


1891-1904Narziß Micheler
1904-1907Martin Merk
1907-1913Johann Höfer, Saulach
1913-1939Kajetan Scherer, Stadel
1939-1945Otto Gnandt, Reischenau
1945-1956Georg Frey, Stadel
1956-1971Franz Wirth
1971-1983Georg Höfer
1983-1988Leo Kraus
1988-1989Josef Gumpinger
1989-2000Jakob Niederreiner
2000-2006Stefan Frey
2006-2016Stefan Mairhörmann
seit 2016Hubert Bentele